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Am 08. und 09. Oktober 2003 fanden sich allerlei
junge Leute, vornehmlich in Trainingsjacken und
Retro-Sneakers gekleidet, im Bürgerhaus Stollwerck
zu Köln ein, um den Klängen, sechs illustrer
Kapellen aus der oberbayrischen Kleinstadt Weilheim
zu lauschen.
'Weilheim auf Achse' nennt sich das Spektakel,
welches die Bands The Notwist,
Console, Lali Puna,
Tied & Tickled Trio, MS.
John Soda und Couch
noch bis Ende Oktober mit 2tägigen Festivals
in den jeweiligen Spielstätten zum Besten
geben. Gemeinsam zu touren macht durchaus Sinn,
denn einerseits profitieren die Musiker vom
Synergieeffekt und andererseits bekommt das
Publikum die volle Bandbreite des kreativen
und innovativen Weilheimer Outputs mit, der
versucht, die (populäre) Musik, in all
ihren Spielarten, zu erneuern und durchzurütteln.
Außerdem ist sowieso fast jeder Weilheimer
Musiker gleichzeitig Mitglied einer zweiten
Band...
Den Auftakt markierte das Tied &
Tickled Trio, welches allerdings schon
lange kein Trio mehr ist und das Jazzprojekt
der Weilheimer darstellt. Die Mischung aus Dub,
(Post-)Rock und Electronica wird getragen von
Trompete, Tenorsax, Saxophon und Kontrabass
welche, sobald sie sich mal einzeln in den Vordergrund
stellten, auch mal den einen oder anderen Zwischenapplaus
ernteten. Die Atmosphäre des Konzertes
war sehr relaxt und tight, aber nach ruhigeren
Passagen auch öfters mal impulsiv und laut,
was noch größere Begeisterung hervorrief.
Mal dominierte die Elektronik, mal die Instrumente,
aber immer innerhalb eines Rhythmusgerüsts
und atmosphärischer Klangfarben, die von
den einzelnen Musikern architektonisch gesponnen
wurden.

Die zweite Band des Abends war MS.
John Soda, das gemeinsame Projekt von
Micha Acher (der wegen seinem vorherigen Auftritt
mit dem Tied & Tickled Trio praktisch auf
der Bühne bleiben konnte) und seiner Partnerin
Stefanie Böhm. Die Menge bekam eine Mixtur
aus Acher's eigenwilliger Art Bass zu spielen,
Stefanie Böhm's Stimme und David Lynch-artigem
Gitarrenspiel, Carl Oesterfeld's flirrenden
Orgelsounds, und, wie sollte es auch anders
sein, einem guten Schuss Elektronik zu hören.
Dabei lehnt sich das Bandprojekt des Morr Labels
weit in Richtung Gitarrenpop hinaus, mal krachig,
mal lasziv ruhig. Natürlich fehlte, wie
bei allen Bands des Festivals, ein echtes Schlagzeug
nicht, welches auch seinen Beitrag dazu leistete,
dass sich der Sound etwas rauer und organischer,
als auf Platte anhörte. Aber nicht zuletzt
Steffi Böhm's charismatische Stimme sorgte
dafür, dass beim Publikum ein angenehmes,
behagliches Gefühl zurückblieb.
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