Das neue Album "Reach The Sun" von
Northern Lite verspricht in der Grauzone zwischen
Indie, Dance und Electro-Pop einiges an Staub
aufzuwirbeln. Andreas, Sänger und Produzent,
stand einigen Fragen Rede und Antwort, um uns
ihrem Melange aus Clubtauglichkeit und klassischen
Popkompositionen näher zu bringen.
Euer Album ist sehr songorientiertes.
Wie sind die Songs auf "Reach The Sun"
entstanden und spielen die Texte eine große
Rolle?
Nun, einige Sachen sind ja schon als Clubtools
erschienen und daher im Original wesentlich
tanzorientierter, elektronischer, wenn du so
willst. Für das Album haben wir de facto
alle Songs noch einmal gründlich überarbeitet.
Wir wollten ein Album, dass man sich auch zuhause
anhören kann, nicht nur im Club. Die Lyrics
sind dabei zweifelsohne wichtig, drücken
sie doch meine ureigensten Gedanken aus, wenngleich
die Interpretation jedem selbst überlassen
bleibt.
Es scheint fast, als würde die
Gitarre ein prägender Bestandteil bei Northern
Lite werden...
Ist sie ja letztendlich schon, sowohl live als
auch bei der Studioarbeit. Allerdings kann man
nie voraussehen, wohin sich Northern Lite entwickeln
wird. Dies ist ja ein ständiger Prozess.

Wird es weitere Remixe von eurem neuen
Material geben?
Ganz sicher. Wir haben ja in den letzten drei,
vier Jahren schon eine beachtliche Zahl an Remixen
und Singles veröffentlicht, die freilich
primär als Vinyl erschienen sind. Als nächstes
erscheint als Auskopplung aus dem Album der
Track "Gone" mit zwei wunderbaren
Remixen von Gunjah und Boon.
"Everybody Loves You" ist
ein Sigue Sigue Sputnik-Cover. Ist etwas Gemeinsames
geplant?
Das ist eigentlich schon eine etwas ältere
Geschichte. Als Sigue Sigue Sputnik vor zwei
Jahren ihr Album "Piratespace" rausbringen
wollten, haben sie einige Remixanfragen an verschieden
Künstler gestellt, u.a. eben auch an uns.
Wir haben die Jungs dann auch mal getroffen
und das Ganze war sehr nett. Ob da in Zukunft
noch mal was entsteht? Mal schauen.
Die Bezugsfähigkeit
eurer Musik ist genre- und szeneübergreifend,
man kann bei Euch ein weites Feld an Einflüssen
vermuten. Woher kommt ihr und wie sieht eure
musikalische Sozialisation aus?
Vielleicht überraschend, aber wir kommen
aus dem beschaulichen Erfurt, der oft völlig
unterschätzten thüringischen Landeshauptstadt.
Die Einflüsse waren hier sicher nicht anders
als anderswo. Ich habe früher seltsame
Hip Hop-Sachen produziert. Sebastian war und
ist gestandener DJ. Unser Gitarrist Larry hat
in den USA schon in 2317 verschiedenen Blueskapellen
gerockt.
Versteht Ihr euch inzwischen mehr als
Club- oder als Rock-Act?
Mmmh, vielleicht beides. Das Funktionieren im
Clubkontext ist uns enorm wichtig und wird auch
in Zukunft eine wichtige Rolle spielen, gleichwohl
das Betreten neuere Pfade, eben des als 'Rock-Acts'
mit klassischer Konzerten, immer interessant
ist.
Ihr wart schon sehr häufig im Ausland.
Wie sind die dortigen Reaktionen?
Ohne zu lügen: frenetisch. Wir waren gerade
erst wieder in Spanien, was einen unheimlichen
Spaß gemacht hat. Naja, und im Mai geht's
wohl erstmalig nach Brasilien. Wir sind sehr
gespannt.

Der beste Tag für Northern Lite
im letzten Jahr?
Puh, das waren viele. Ein ereignisreiches Jahr
eben.
Letzte Worte...?
Immer offen sein für neue Dinge, Veränderungen
gehören zum Leben.
(ap)
Net: www.northernlite.de
