Ein Interview mit Oliver
Mietzner
Hinter dem neuen Projekt Decence verbirgt sich
der Bonner Jurastudent Oliver Mietzner. Vor
kurzem erschien sein Debüt-Album "The
First Step". Im Gegensatz zu anderen Electro-Acts
besticht Decence durch abwechslungsreiche Arrangements
und einer beeindruckenden Stimme.
Wann bist du das erste mal mit Musik
in 'Berührung' gekommen?
Frühestens, als ich das erste mal mit einer
Rassel um den Weihnachtsbaum gelaufen bin. (GRINST)
Ich war ja schon mit drei Jahren in der Musikschule,
habe später dann Klavier gelernt. So habe
ich mich also schon in Kindertagen für
Musik begeistert.
Seit wann wolltest du Decence machen?
Das Projekt habe ich etwa vor drei Jahren gegründet.
Vorher habe ich, in anderem Umfang natürlich,
auch schon eigene Musik geschrieben.
Welche Künstler haben dich besonders
inspiriert?
Ich habe meinen eigenen (musikalischen) Kopf
. Mir ist es wichtig, trotz der Einflüsse
einen eigenen Stil zu haben und diesen immer
weiter zu pflegen und auszubauen. Ein Merkmal
dieses Stils ist z.B. die konstante Veränderung
der musikalischen Richtung, das Spielen mit
verschiedensten Elementen. In letzter Zeit habe
ich einige Male den Vergleich mit Wolfsheim
und Diary of dreams gehört. Dies sind Bands,
die ich privat ganz gern höre, so etwas
bringt natürlich auch Einflüsse mit
sich.
Du hast eine klassische Klavierausbildung.
Hast du schon an klassischen Konzerten teilgenommen?
Es gab natürlich in der Musikschule einige
Konzerte, die praktisch zur Ausbildung dazu
gehören.
Wird es in deinen kommenden Veröffentlichungen
mehr klassische Elemente geben?
Ich spiele gerne mit verschiedensten Elementen
herum. Dabei sind mir elektronische Momente
genauso wichtig, wie klassisch inspirierte.
Da ich persönlich Balladen auch besonders
gern habe, wird es bei den kommenden Alben sicherlich
wieder einen "Mix" aus allem geben.
Du schreibst deutsche und englische
Texte. Was fällt dir leichter?
Ich kann eigentlich gar nicht genau sagen, was
mir leichter fällt und warum das so ist.
Ich denke aber, es sind eher die englischen
Texte. Deutsche Texte haben natürlich den
Vorteil, dass der Inhalt direkt präsent
ist und beim ersten Hören größtenteils
beim Hörer hängen bleibt.
Wie wichtig sind Dir die Songtexte?
Ein guter Song muss eine Seele haben, er muss
irgendetwas bewegen können. Texte sind
dabei ein wichtiger Faktor, sie transportieren
die Intention, die Motivation des Songs extrem.
Am Ende muss alles eine Einheit bilden, eine
schöne Melodie muss den richtigen "backround"
in textlicher Form haben, umgekehrt genauso.
Welche Themen beschäftigen dich
besonders stark?
Inspirationsquellen für die Texte können
alle möglichen Situationen des Lebens,
Erfahrungen oder Erlebnisse sein. Entweder eigene,
oder die anderer. In den Texten dreht es sich
meist um Gefühle wie Liebe, Hoffnung, Sehnsucht.
"Die Engel, die du riefst" hat z.B.
eine sehr persönliche Geschichte- es ist
ein Song, der ein positives Gefühl in Form
von Hoffnung gibt und wurde für eine mir
sehr nahe stehende Person geschrieben.
Etwas gesellschaftskritischen Grundton haben
dagegen z.B. die Songs "Changes",
"Empires in defeat" oder "Painful
illusions".
Ordnest du dich einer bestimmten Szene
zu?
Ich bin gerne auf "schwarzen" Parties
unterwegs, fühle mich schon eher (musikalisch)
in dieser Szene zu hause. Dennoch ordne ich
mich nicht gerne ausschließlich einer
bestimmten Szene zu, bin jemand, der nicht immer
in schwarz rumläuft. (GRINST)
Gibt es in Bonn eine große Indie-Musikszene
(Bands, Clubs etc.)?
In Bonn gibt es ein paar Clubs, die "dunkle"
Abende im Programm haben. Da Bonn selbst nicht
so riesig ist, sind die Clubs auch eher "klein"
gehalten, was aber eine nette, gemütliche
Atmosphäre bringt. Die Parties sind deshalb
auch immer ganz gut besucht…
Ist Bonn deine Heimatstadt?
Ja. Bin in Bonn groß geworden. Ich finde
die Stadt auch ganz schön, kann mir vorstellen,
es hier noch etwas auszuhalten. (GRINST)
Welche CDs laufen bei dir momentan
im Player?
Im Moment eher Sampler wie z.B. "Advanced
electronics 2" oder "Zwischenfall
5".
(an)
Net: www.decence.net
