Die Leipziger Band um Maik Hartung (Instrumente),
Ralf Jehnert (Gesang, Instrumente) und Susann
Porter (Gesang) existiert schon über 13
Jahre. Mit "Eclipse" präsentieren Love
Is Colder Than Death nach vier Jahren Pause
ihr bereits fünftes Studioalbum. Neben
Chandeen wurden u. a. auch LICTD im letzten
Jahrzehnt von ihrem alten und leider nicht mehr
existierenden Label in die Heavenly Voices Reihe
eingegliedert. Schon damals empfand die Band
diese Kategorisierung eher störend. Auf
ihrem neuen Album wurde die elektronische Instrumentalisierung
auf ein Minimum reduziert. Herausgekommen sind
neun athmosphärische Songs, die Assoziationen
mit Begriffen wie Ethno oder Weltmusik hervorrufen
aber bei weitem nicht reichen, um der Musik
von LICTD gerecht zu werden.
Ist das neue Love Is Colder Than Death
Album "Eclipse" ein Konzept-Album?
"Man kann das sagen, wenn das auch im Sinne
von Grundgedanken und nicht als strikter roter
Faden zu sehen ist, da diese Gedanken in allen
unseren Arbeiten zu finden sind."
Um was für ein Konzept handelt
es sich?
"Wir haben Gedanken und Anspielungen auf
Begriffe verarbeitet, die jeden irgendwann beschäftigen,
die aufzuschlüsseln und zu fassen uns allen
aber nicht gelingt. Da geht es um Vergänglichkeit
oder besser vielleicht um Veränderungen,
also um Zeit, um die Bedeutung von Wahrheit
und damit um die Bedeutung und den Sinn der
Begriffe selbst. Es geht um die Wichtigkeit
von Glauben, also um die unbestimmbaren Dinge
der Welt, die man nicht versuchen sollte, beweisen
zu wollen, weil sie sich dann leider auflösen."
In welchem Zeitraum entstand das Album?
"Wir haben die letzten zwei Jahre intensiv
und fast ausschließlich an "Eclipse"
gearbeitet."
Welche Instrument faszinieren euch
am meisten?
"Im Grunde hat jedes Instrument auf der
Welt seine ganz interessante Eigenart in der
Spielweise, im Klang, in der Art wie man es
behandeln muss. Vielleicht hat man deswegen
auch zu jedem Instrument eine eigene Beziehung,
die sich mit der zu einem anderen nicht vergleichen
lässt. Man kann aber schon sagen, dass
von der Anforderung an subtile Spieltechnik
und die enormen Klangmöglichkeiten indische
Instrumente, wie Tabla, Sitar, Sarangi und ein
paar andere noch, auf uns einen starken Eindruck
machen und uns der musiktheoretische Mikrokosmos
der indischen Musik sehr inspiriert. Nur sind
diese Instrumente besonders schwer zu spielen,
erfordern sogar eine wahre Meisterschaft. Wir
haben also größten Respekt davor."
Ihr habt ein eigenes Label (In Deyagora)
gegründet. Habt Ihr schon Bands oder Projekte
unter Vertrag genommen?
"Für die Zukunft ist das angedacht.
Zunächst sind wir jedoch diesen Schritt
gegangen, da wir für uns selbst Unabhängigkeit
in der künstlerischen Arbeit zurückgewinnen
wollten."
Wann wird der Back Catalogue von Euch
re-released?
"Da sind noch einige Fragen zu klären.
Es wird jedoch eine Neuauflage der einen oder
anderen früheren CDs geben. In welcher
Form genau, lässt sich jetzt noch nicht
sagen."

Habt ihr noch Kontakt zu früheren
Band-Mitgliedern?
LICTD spielt fast in Urbesetzung. Ralf Jehnert,
der mit Sven Mertens zwischenzeitlich ein zweites
Projekt namens In Deyagora hatte, ist vor der
Produktion von "Atopos" hinzugekommen.
Das Projekt ist inhaltlich in die Arbeit von
LICTD eingegangen.
Wird es in diesem Jahr eine Europa
oder US-Tour geben?
"Wir spielen im Sommer noch in Rom und
Venedig. Im September dann bei den Herbstnächten,
Rabenstein. Weitere Konzerte sind in Arbeit,
die genauen Termine stehen jedoch noch nicht
fest."
Werden sich die Shows im Vergleich
zum letzten Auftritt des WGT unterscheiden?
"Wir sind beim Wave-Gotik-Treffen einen gewaltigen
Schritt gegangen hin zu der Form wie wir uns
die zukünftige Live-Performance von LICTD
vorstellen. Wir konnten dazu zwei hervorragende
Percussionisten gewinnen, Michael Metzler und
Anja Hermann. Wir möchten unsere Live-Auftritte
zu besonderen Augenblicken machen, indem wir
Musik, das Bühnengeschehen und korrespondierende
Videoprojektionen zu einer poetischen Einheit
verschmelzen. Für die Videos arbeiten wir
eng mit Peter Barczewski als Videokünstler
zusammen. Erste Ausschnitte aus dieser Arbeit
sind auf onyx.tv am 10.8. in einer WGT-Sondersendung
und am 17.8. in einem Feature über "Eclipse"
zu sehen."
(bz)
Net: www.lictd.com
